Wissenswertes
Auflösung
Auflösung
'Die Auflösung in der digitalen Photographie ist ein leidiges Thema; nicht weil es schwierig wäre, aber die sogenannte Fachpresse und Nichtfachpresse hat es geschafft durch konsequentes weglassen der richtigen physikalischen Einheiten ein höchstmaß an Verwirrung zu schaffen...
Die sogenannte "Auflösung" einer digitalen Kammera, egal ob Kompaktkamera oder Spiegelreflexkamera wird leider mit der Angabe der Anzahl der "Pixel" in Megapixel (Millionenpixel) angegeben. Diese Größe beschreibt aber weder die Auflösung im physikalischen Sinne noch die Anzahl der Pixel pro Sensorfläche, die dann immerhin als eine Art Auflösung verstanden werden könnte. Der Versuch einer Erklärung wie es dazu kommen konnte: Der Verbraucher wird von der Werbeindustrie als DAU angesehen. DAU ist eine
gebräuchliche Abkürzung aus dem Alltag von Programmierern beziehungsweise Computeradministratoren, die die Geringschätzung gegenüber Benutzern zum Ausdruck bringt. DAU bedeutet einfach "Dümmster Anzunehmender User (Benutzer)". Im günstigsten Fall führt dies zu einfachen, benutzerfreundlichen Programmen, im schlechtesten Fall zur Verunglimpfung einer physikalischen Größe, wie im vorliegenden Fall der Auflösung geschehen.
Zunächst zu der "Auflösung" als Megapixel pro Sensorfläche. Diese Angabe würde zu einer Einheit wie Pixel/mm^2 führen und damit zu einer wahrscheinlich krummen Zahl, die alles andere als werbewirksam währe. Das kann man einem potentiellen Käufer natürlich nicht zumuten. Immerhin könnte der geneigte Benutzer dann herausfinden wie groß die Fläche eines Pixels wäre, unter der Annahme, dass zwischen den Pixeln auf dem Chip keine Abstände währen und die Chipfläche bekannt wäre. Genau diese Größe wird aber wohlweislich von den Herstellern von Kompaktkameras verschwiegen, weil dann jedem klar werden würde, dass die werbewirksame Entwicklung "mehr MEGA-Pixel" nicht immer beziehungsweise immer seltener der Bildqualität zuträglich ist. Denn es handelt sich in Wirklichkeit um noch mehr Pixel auf kleinerer oder gleicher Chipfläche, was unweigerlich zu einer geringeren Lichtempfindlichkeit pro Pixel führt. Dieser Tatsache wird die Webseite von 6mpixel.org gerecht. Hier wird nicht verschwiegen, dass die Angabe der Anzahl der Megapixel nichts mit einer Auflösung zu tun hat. Sehr lesenswerthier der Artikel zur Auflösung und der die Auflösung begrenzenden Beugung.
Einfaches Fazit: Bei Kompaktkameras ist die Angabe der Anzahl der Pixel UND die Chipgröße wichtig und eigentlich notwendig um Transparenz herzustellen. Eine Transparenz, die die Industrie (die böse..., das liegt natürlich an der Natur der Dinge) nicht verfolgt und somit schweigen sich die Hersteller insbesondere über die zweite Angabe, die Chipgröße aus.
Natürlich ist die Chipgröße verschiedene Fachzeitschriften bekannt, aber was in der jeweiligen Kamera drinsteckt bekommt der Käufer beim Händler aber meist nicht raus... Die Ausnahme sind hier alle digitalen Spiegelreflexkameras (D-SLR, Single Lens Reflex). Hier bestimmt nämlich die Größe des Chips den sogenannte Crop-Faktor oder scheinbare "Brennweitenverlängerung". (Siehe entsprechenden Artikel... ) Hier ist nun auch der seither unschlagbare Vorteil der D-SLRs zu finden. Das Verhältnis Anzahl der Pixel (Megapixel) zu Chipgröße ist in einem sehr günstigen Verhältnis im Vergleich zu allen anderen Kopaktkameras. Auch hier, keine Aussage ohne Ausnahme, Sony hatte die Cybershot DSC-R1 im Programm, die eine "Kompaktkamera", die einen grossen Chip aus einer D-SLR nutzt. Aber
das ist die einzige Ausnahme und kein echtes Nachfolgermodell im Programm (Stand 12.01.2008).
Die einzige echte Auflösungsangabe, die Angabe von Linienpaaren pro Bildhöhe haben leider nicht alle Fachzeitschriften im Programm, so dass sich hier vorallem die Bezeichnung "Fach"zeitschrift ad absurdum führt. Wie auch in Computerfragen, ist die CT vorbildlich. Ganz nebenbei findet man in der CT
und den Sonderheften der CT-Redaktion zur Fotografie sehr selten falsche physikalische Einheiten. Eine Unart, die in allen anderen Publikationen in jedem Heft zu finden sind. Eine kleine Sammlung wird in einem anderen Artikel vorgestellt zu gegebener Zeit vorgestellt.
Der Vorteil dieser Auflösungsangabe liegt in in ihrer Unabhängigkeit von der tatsächlichen Bildhöhe. 1000 Linienpaare pro bildhohe auf einem 1/2,5 Zoll Chip sind genauso 1000 Linienpaare pro Bildhöhe auf einem APS-C großen Chip.
Dieser Artikel beschreibt nicht wie man die Auflösung einer digitalen Kamera estimmt oder wie sie genau definiert ist, plädiert aber dafür sinnvolle Einheiten und echte physikalisch fundierte Größen zu verwenden. Dies ist natürlich von allen subjektiven Elementen wie Bildeindruck, Farbeindruck und
so weiter zu trennen und getrennt zu bewerten.
Eine Anmerkung zum Schluss: eine beliebte Vordiplomsfrage (für Physik beziehungsweise andere Studienrichtungen mit Beifach Physik) ist die Frage nach dem Auflösungsvermögen von Mikroskopen....
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Aktualisiert (Samstag, den 25. September 2010 um 12:39 Uhr)


